Irland ist voller sagenumwobener Burgen und Schlösser.

Autor: Bernd Müller, Rosso Koller und Christian Nowak

Foto: Tourism Ireland

Irland, die grüne Insel

Prähistorische Grabhügel, wild-romantische Küsten und uralte Klöster - Irland ist reich an Landschaften und geheimnisvollen Mythen und Legenden.

Die irische Hauptstadt Dublin hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen geradezu märchenhaften Aufstieg vom Armenhaus Europas zu einer ansehnlichen Metropole hingelegt. Sie kann es zwar nicht mit Rom, London oder Paris aufnehmen, aber der Kontrast zum beschaulichen ländlichen Irland könnte kaum größer sein. Dublin ist das unbestrittene Finanz-, Verwaltungs- und Medienzentrum. Ehrgeizige Bauvorhaben haben der Stadt in den letzten Jahren ein neues Gesicht gegeben. Doch die Wirtschaftskrise hat den "Keltischen Tiger" mittlerweile härter getroffen als viele andere Länder Europas.

Das Platzen der Immobilienblase und der Einbruch der Baubranche führten für viele Iren zu einem deutlich spürbaren Verlust an Wohlstand. Mit rund 500.000 Einwohnern ist Dublin eine relativ kleine Hauptstadt, jedoch reich an Sehenswürdigkeiten. Die immer noch beschwingte Atmosphäre der Stadt lässt sich am besten bei einem Bummel durch die legendären Pubs erfahren.

Jenseits der Hauptstadt wird die Besiedlung rasch dünner. Das Zen­trum der Insel wird mit seinen sattgrünen Wiesen und Hügeln dem Beinamen "Grüne Insel" vollauf gerecht. Imposante Bauwerke wie der prähistorische Grabhügel von Newgrange oder die Ruinen der Klöster von Clonmacnoise und Glendalough erzählen von der langen Geschichte des Landes. Die Ost­üste wurde schon von den Wikingern besiedelt. Heute ziehen v.a. die Strände zwischen Dublin und Rosslare und die Wicklow Mountains die Besucher an.

Im Südwesten zählen die Grafschaften Cork und Kerry zu den meistbesuchten Zielen der Insel. Wie die Finger einer Hand ragen die Halbinseln Dingle, Iveragh, Beara und Sheep’s Head weit in den Atlantik. Zum Teil winzige Straßen, die nur aus Kurven bestehen, umrunden jede dieser Halbinseln mit ihren oft wild-romantischen Küsten.

Die schroffe Felsküste von Westirland erreicht an den Cliffs of Moher ihren Höhepunkt. Bei der Durchquerung des kahlen Burren-Nationalparks wird klar, warum im 19. Jahrhundert so viele Iren während der großen Hungersnot ihre Heimat verlassen mussten. Alle, die sich für alte gälische Traditionen interessieren und in einem Pub dem eigenartigen Klang des Irischen lauschen möchten, müssen sich in die Grafschaft Galway, das größte sogenannten Gaeltacht-Gebiet Irlands, begeben.

Der Norden der irischen Insel wurde früher von der Provinz Ulster gebildet, heute gehört der westliche Teil zur Republik Irland, der größere Ostteil zu Nordirland. Seit der Festigung des Friedensprozesses bekommt Nordirland allmählich wieder die Aufmerksamkeit, die es verdient. So auch Belfast, eine Stadt, die anfängt, ihre schönen Seiten herauszuputzen und doch immer noch Spuren der jüngeren Vergangenheit zeigt.

Die meisten Sehenswürdigkeiten im Norden liegen entlang der Küste. Das größte Naturwunder ist der Giant’s Causeway, eine 60 Millionen Jahre alte Ansammlung von Zehntausenden von Basaltsäulen.

Mo, 26. März 2012