Autor: Robert Möginger
Foto: Barbados Tourism Authority
Sehnsuchtsziel Karibik
Die Karibik – ein Begriff, der Traumbilder weckt: Rum, Palmenstrände, Piraten-Abenteuer. Doch besteht die scheinbar homogene Einheit aus vielen Welten.
Der ausladende, sich über fast 3500 Kilometer erstreckende Bogen der Antillen verbindet Nord- mit Südamerika und schirmt die ruhigeren Gewässer der Karibischen See im Westen von den rauen Wogen des Atlantiks ab. Die scheinbar so homogene Einheit besteht tatsächlich aus vielen kleinen Welten, unabhängigen Staaten mit unterschiedlichen kulturellen Ursprüngen und abwechslungsreichen Landschaften.
Zugleich britisch und afrikanisch geprägt ist Jamaika, die Heimat des Reggae und der Rastafari-Kultur. Weltruf genießen hier auch die perfekten Sandstrände von Negril, Montego Bay und Ocho Rios.
Nicht nur musikalisch eine andere Welt ist Puerto Rico: Dort ist die Salsa zu Hause, jene Fusion aus Flamenco, Jazz und afrikanischer Polyrhythmik. Der Hauptstadt San Juan, von der Unesco als Weltkulturerbe eingestuft, sieht man sowohl die kolonialzeitliche Verbindung ins ferne Mutterland Spanien als auch die Zugehörigkeit zu den USA an. Außerdem ist San Juan als wichtigster Kreuzfahrthafen und als Flug-Knotenpunkt ein ideales »Basislager« für Inselhüpfer.
Nach Osten hin bilden die Virgin Islands den Beginn der Gruppe der Leeward Islands, aufgeteilt in eine Inselgruppe unter US-Verwaltung ("USVI") und in die British Virgin Islands ("BVI"). Die USVI sind touristisch stark erschlossen, vor allem auf St. Thomas herrschen Trubel und Entertainment rund um die Uhr. Ganz anders die BVI: Ruhig, nobel und sehr entspannt geht es hier zu, mit ihren zahllosen Buchten und Inselchen sind die British Virgins eins der schönsten und bekanntesten Yachtreviere der Karibik. Zu den Leeward Islands gehören außerdem prominente Stationen wie St-Martin, teils französisch, teils niederländisch geprägt, St. Kitts & Nevis mit ihren Hotels im Plantagenstil sowie Antigua, dessen English Harbour einst Großbritanniens wichtigster Stützpunkt in der Region war und das heute dank hervorragender Strände eine feste Größe im Pauschaltourismus ist.
Die Französischen Antillen, also Guadeloupe und Martinique, zählen zusammen mit ihren kleineren Nachbarn als Übersee-Départements zur Euro-Zone; ihre Attraktionen sind Vulkane, fruchtbares Grün, Strände und nicht zuletzt die feine französisch-kreolische Küche.
Die Gruppe der Windward Islands zeichnet sich aus durch ihre gemeinsame britische Vergangenheit, aber auch durch ihre ausgeprägte Individualität. Dominica, St. Lucia, St. Vincent, Barbados, Grenada sowie Trinidad & Tobago sind nicht nur jeweils unabhängige Staaten, sondern auch jeder für sich eine eigene Reise wert. Wanderer, Wasser sportler und historisch-kulturell intereressierte Reisende kommen überall auf den Windwards auf ihre Kosten.
Eine originelle Mixtur aus südamerikanischem Temperament und niederländischer Gelassenheit sind die ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao. Ein Hauch Klein-Amsterdam, dazu exzellente Strände und beste Reviere für Taucher und Windsurfer machen die Inseln vor der Küste Venezuelas zu einem weiteren karibischen Unikat.