12.07.2008 10:36Sommertage in London
London pulsiert und bietet ein erstrangiges Kultur- und Unterhaltungsangebot ebenso wie fast dörflich anmutendes Leben in den einzelnen Stadtteilen. Operettenhafte Rituale wie die Wachablösung vor Buckingham Palace gehören zu den täglichen Events. Ob Hyde Park, Regent's Park oder Hampstead Heath - braucht man Erholung vom Großstadttrubel, findet man sie in den vielen grünen Oasen der Stadt.
Im multikulturellen Miteinander von Menschen aller Hautfarben hat der britische Humor bestens überlebt. Es hat etwas Beruhigendes, dass die Londoner so gelassen reagieren, wenn Polizeisirenen aufheulen und die Stadt von Terroranschlägen bedroht ist. Sie bleiben ihrem Way of Life treu. Unbeirrt sitzen sie in den Szenelokalen, genießen internationale Küche und diskutieren den Besuch der Tour de France an der Themse: so gut organisiert, dass man sich getrost auf die Olympischen Spiele 2012 freuen kann.
Sie besuchen Großereignisse wie das Gedenkkonzert für Prinzessin Diana oder Live Earth im Wembley Stadium - selbst wenn verschärfte Sicherheitskontrollen lange Warteschlangen bedeuten. Wer Jazz liebt, zieht mit seinem Picknickkorb nach Kew Gardens und hört einer Session unter freiem Himmel zu. Während des berühmten Tennisturniers in Wimbledon machten die Händler auch in diesem Jahr großen Umsatz mit dem Verkauf von Champagner und Erdbeeren.
Später im Sommer feiern die Londoner mit ihren Besuchern ausgelassen den karibischen Karneval in Notting Hill. Ebenso populär wie die Konzertreihe der Proms in der Royal Albert Hall, die am 8. September mit der unvergleichlichen Last Night endet, ist eine Aufführung im Shakespeare Globe Theatre. Auch am Südufer der Themse gelegen, bietet die frisch renovierte Royal Festival Hall eine neue Attraktion. Wunderbar, nach dem Konzert auf der Themsepromenade zu bummeln. Doch hier eines der Restaurants zu besuchen, ist gar nicht so einfach. Sie sind meist ausgebucht … Ohne Zweifel - London boomt.
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Josephine Grever
Die Autorin stammt aus Aachen und lebt seit dreißig Jahren in London, wo sie für deutsche Verlage über Design, die Restaurantszene und die britische Gesellschaft schreibt. Für Polyglott durchstreift sie regelmäßig die Straßen ihrer Wahlheimat, mit ganz frischen Eindrücken verfasste sie so auch die “city box London”. Sie lebt gerne in London, weil in ihrem Garten mitten in der Metropole Olivenbäume wachsen und die Glocke Big Ben zu hören ist.
