22.04.2009 07:19
Urlaub in Jakarta…?

Wer Jakarta hört, denkt an Erdbeben, Luftverschmutzung und den berüchtigten „Macet“, die Rush Hour, die zweimal täglich den Straßenverkehr nahe gehend zum Erliegen bringt. Doch ist die Hauptstadt Indonesiens viel interessanter, liebenswerter und auch sicherer als ihr Ruf.

Mit 8,6 Mio. Einwohnern im Stadtgebiet und über 18 Mio. im Ballungsraum gehört Jakarta zu den Megacitys Asiens und bildet einen Meltingpot aus Indonesiern, Chinesen, Koreanern, Australiern und vielen anderen Nationalitäten. Dem entsprechend multikulturell und vielfältig ist das Nachtleben, ob man sich nun im "Chung Gi Hwa" direkt am Tisch gegrillte koreanische Spezialitäten schmecken lässt, in der House-Disco "Stadium" von Freitagabend bis Montagmorgen ohne Unterbrechung abfeiert, oder von der Cocktailbar des chinesischen Restaurants „Cilantro“ im 47. Stock des "BNI Building" den Blick über die nächtliche Skyline schweifen lässt. Besucher, die weniger Wert auf High-Society-Flair legen, begeben sich in einen der traditionellen "Warungs" in Bendungan Hilir Pasar, in denen zahlreiche indonesische Speisen wie Sate (Hühnerspießchen in Erdnuss-Sauce) oder Mie Goreng (Gebratene Nudeln mit Fleisch und Gemüse) zu niedrigen Preisen frisch zubereitet werden.

Wer einige Tage Zeit mitbringt, kann sich vom Hafen Jakartas mit Katamaranbooten auf Entdeckungsreise zu den Thousend Islands begeben. Nach einstündiger Fahrt durch die schmutzigen Hafengewässer der Großstadt eröffnen sich Tauchern, Schnorchlern und Sonnenanbetern weiße Sandstrände mit türkisblauem Wasser. Für Familien besonders empfehlenswert ist der "Taman Mini Indonesia Indah", ein im Osten Jakartas liegender Park, der in Pavillons die Kultur und Bräuche der verschiedenen Provinzen Indonesiens darstellt. Ausgesprochene Highlights sind die Rundfahrt mit der Dampflok und ein Spaziergang durch die großen Vogelvolieren.

Rund um Kampung Bali befinden sich zahlreiche Museen, angefüllt mit asiatischen Kunstschätzen aller Epochen (Achten Sie auf die Öffnungszeiten; nachmittags sowie an Sonn- und Feiertagen sind die meisten geschlossen). Danach kann man sich im Batavia bei einem javanischen Kaffee erholen. Das im Kolonialstil eingerichtete Café wartet mit einer für ein islamisches Land äußerst delikaten Kuriosität auf: Die Toiletten sind gespickt mit teilweise recht freizügigen Fotografien bekannter Holywoodstars.

Man kann sich in fast allen Stadtteilen Jakartas frei bewegen, sollte an touristischen Orten aber den Geldbeutel sicher verwahren und auf Handtaschen verzichten. Die größte Gefahr geht indessen vom chaotischen Verkehr aus. Gehwege existieren nicht oder sind größtenteils zu Verkaufsständen umfunktioniert. Daher empfiehlt es sich, auf lange Fußmärsche zu verzichten und auch kurze Strecken mit dem Taxi zurückzulegen. Im erdbebengebeutelten Indonesien gilt im Übrigen die Bucht von Jakarta als besonders erdbebensicher.

Links
www.jakarta-tourism.go.id - Offizielle Tourismusseite Jakartas
www.thejakartapost.com - Englischsprachige Zeitung in Jakarta 

Tobias StreitferdtTobias Streitferdt

Der Mitarbeiter des Langenscheidt Verlages lebt in München und arbeitete mehrere Jahre als freier Journalist unter anderem für Polyglott. Augenblicklich ist er auf Entdeckungsreise durch Indonesien und Australien.

 

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