Japan - Polyglott Top12-Tipps
Das »Rathaus« von Tokyo, eigentlich der Verwaltungssitz der gleichnamigen Präfektur, ist ein Spätwerk von Tange Kenzo. Schon das Gebäude selbst ist eindrucksvoll; noch mehr gilt das für den Blick von den Aussichtsetagen in der Spitze der beiden Türme: das Panorama aus Häusern und Straßen, das sich bis zum Horizont ausbreitet, fasziniert bei Tag und Nacht.
Ein japanisches Wortspiel lautet: Nur der kann »kekko« (»herrlich«) sagen, der Nikko gesehen hat. Tatsächlich kommt kein anderes japanisches Ensemble der Pracht der Schrein- und Tempelbauten gleich. Bunte Farben, viel Gold und reiches Schnitzwerk schmücken die barock anmutende Architektur. Der Wald aus uralten, riesigen Kryptomerien, der die Wege rahmt, lässt eine feierliche Stimmung entstehen.
Zwei gewaltige Bronzebuddhas gibt es in Japan, der in Kamakura ist nicht nur bekannter, sondern auch von einer freundlicheren Aura umgeben als sein düsteres Gegenstück in Nara. Schon vor langer Zeit durch eine Flutwelle seines Tempels entledigt, sitzt er unter freiem Himmel vor den grünen Hügeln der Stadt. Kaum jemand kann sich seinem ehrwürdigen Charme entziehen.
Überragt vom meist schneegekrönten Vulkankegel des heiligen Berges Fuji breitet sich eine weite, zerklüftete Hochebene aus. An manchen Stellen treten schweflige Dämpfe aus dem Boden, überall sprudeln heiße Quellen, die man für gemütliche Thermalbäder nutzt.
Mitten in den Bergen, die das Rückgrat der Insel Honshu bilden, liegt die alte Handwerker- und Kaufmannsstadt Takayama, die sich in Teilen noch die Atmosphäre der Edo-Zeit bewahrt hat. Aus dieser Epoche stammt auch der Takayama Jinya, ein Amtsgebäude, das exemplarisch die Eigenschaften der japanischen Architektur mit ihrer Durchdringung von innen und außen vermittelt.
Das lang gestreckte, eher nüchtern aussehende Gebäude dieses Tempels birgt ein glanzvolles Skulpturenarrangement. 1001 mit Gold und Strahlenkränzen geschmückte Figuren der Gnadengottheit Kannon stehen stufenförmig aufgereiht vor dem Betrachter. Wie die expressiven Statuen des Wind- und des Donnergottes, die man daneben bewundern kann, sind sie Meisterwerke der Kamakura-Zeit.
Wenn es einen definitiven Programmpunkt jeder Japanreise gibt, dann ist es der »Goldene Pavillon«, eine einstige Adelsvilla, die nach dem Tod ihres Erbauers zum Tempel umgewidmet wurde. Trotz der Besuchermassen, die durch den herrlichen Paradiesgarten strömen, strahlt der Bau
eine noble, zeitlose Eleganz aus.
Die älteste erhaltene Klosteranlage des Landes gilt als die Wiege des japanischen Buddhismus und des vom nahen Nara aus organisierten kaiserlichen Zentralstaates. Hinter mächtigen Lehmmauern stehen ganz aus Holz errichtete Gebäude, die teilweise seit dem 7. Jahrhundert allen Taifunen und Erdbeben trotzen. Im Dunkel der Tempelhallen leuchten die Umrisse vom Alter geschwärzter Skulpturen auf.
Die größte und am besten erhaltene Feudalburg Japans ist schon von weit her auf einem Hügel über der Stadt zu sehen. Umfangreiche und mit Sorgfalt ausgeführte Restaurierungsarbeiten an dem verschachtelten Gebäude mit Türmen und Wehrgängen ermöglichen aufschlussreiche
Eindrücke von der Funktion und Militärtechnik einer Festung in den bewegten Zeiten der Feudalkriege des 16. und 17. Jahrhunderts.
Die sonst wenig bemerkenswerte Handels- und Industriestadt Okayama birgt einen der schönsten Parks des Landes, den Koraku-en. Im Geist der Edo-Zeit entworfen, enthält er nicht nur die unerlässlichen Attribute eines japanischen Landschaftsgartens; erstmals wurden auch weite Rasenflächen, ein Reisfeld und eine kleine Teeplantage in das Gesamtkonzept eingeschlossen.
Vor der Küste Hiroshimas liegt die kleine Insel Itsukushima in der idyllischen Inlandsee. Nach dem ins Meer ragenden Shinto-Heiligtum mit seinem gewaltigen roten Torii wird sie meist einfach Miyajima – Schreininsel – genannt. Im Frühjahr blühen am Hang die Kirschbäume, im Herbst leuchtet der rote Ahorn, aber auch zu weniger spektakulären Jahreszeiten ist ein Spaziergang durch den kleinen Ort und seine Umgebung ein beglückendes Erlebnis.
Inmitten der immergrünen Bergwelt Kyushus ragt die Caldera des Aso-san auf, eines der größten aktiven Vulkane der Welt. Mit Bus und Seilbahn kann man bis an den rauchenden Rand des über 1500 m hohen Sekundärvulkans Naka-dake gelangen. Markierte Wanderwege führen durch die dramatische Mondlandschaft.








