Florenz - Polyglott Top12-Tipps
Schier überwältigend ist der Anblick des klassischen Ensembles aus Dom, Campanile und Baptisterium. Die von Lorenzo Ghiberti meisterhaft erzählten Episoden des Alten Testaments am mittleren Bronzeportal der Taufkapelle verdienen ebenso einen eingehenderen Blick wie die prachtvollen mittelalterlichen Mosaiken im Inneren des Gebäudes.
Hoch ragt der schlanke Turm des trutzig wirkenden Palazzo Vecchio in den Himmel, weit und offen wirkt die Halle der Loggia dei Lanzi. Menschen, Tauben und Pferdekutschen, alles, was eine typisch italienische Piazza ausmacht, findet sich hier – auch ein stilechtes, traditionsreiches Caffè: Vom Rivoire aus überblickt man bei der berühmten heißen Schokolade genussvoll das bunte Treiben.
Eine Schatzkammer der Superlative, Gemälde von Weltrang in Hülle und Fülle – wo einst die Medici inmitten ihrer Kostbarkeiten wandelten, können Sie heute erlesene Kunst aus über drei Jahrhunderten genießen: insgesamt rund 1000 Meisterwerke. Es stellt sich also vor allem die Qual der Wahl …
Besonders am Abend, wenn die Sonne im Westen versinkt und die Brücke mit ihren Häusern in ein sanftes, rötliches Licht taucht, beginnen in Florenz die Liebespaare verträumt am Arno entlang zu spazieren. Tagsüber schieben sich die Touristen über die älteste Brücke der Stadt mit ihren Juwelierläden, wo der Schmuckverkauf seit Ende des 16. Jhs. Tradition hat.
Der wuchtige, festungsartige Palazzo Spini-Ferroni aus dem 13. Jh. und der kompakte Palazzo Antinori aus der Renaissancezeit begrenzen stilvoll die Via de’ Tornabuoni. Doch kaum ein Blick fällt auf die Architektur, alle schauen fasziniert in die Schaufenster im Parterre der Palazzi. Hier sieht man die Kreationen des Schuhkönigs Ferragamo, die klassisch schicken Roben von Armani, die extravaganten Outfits von Roberto Cavalli, aber auch die unabdingbaren Accessoires von Prada, Dior und Bulgari.
Ein Glanzstück der erzählerischen, heiteren Phase der Renaissancemalerei der zweiten Hälfte des 15. Jhs. überrascht Besucher im Palazzo Medici-Riccardi, der von Michelozzo erbaut wurde. Repräsentativ, die Familie verherrlichend, malte Benozzo Gozzoli sein Fresko »Zug der Heiligen Drei Könige«. Lorenzo il Magnifico, Friedensgarant in Italien und größter Förderer der Künstler, reitet stolz im Goldpanzer als einer der drei Heiligen Könige im Fresko – Kunst als Mittel der Politik.
Lederjacken, Gürtel, Schals, Handtaschen und T-Shirts, Florentiner Souvenirs und flotte Jeans – auf dem Kleidermarkt vor San Lorenzo finden Sie all das und vieles mehr. Ob Modisches oder Kitsch, zum Bummeln und Schauen lädt der stets belebte Straßenmarkt ebenso ein wie die zentrale Markthalle hinter den Kleiderständen, in der zahlreiche Buden auch Snacks und Herzhafteres zum Sofortverzehr anbieten.
Erstmals seit Jahrhunderten gelang es den berühmten Renaissancekünstlern, die Realitätsnähe, Plastizität und Ausdruckskraft antiker Statuen erneut zu erreichen. Viele der absoluten Meisterwerke der Renaissance entstanden in Florenz und sind bis heute dort zu bewundern, in einem der schönsten Skulpturenmuseen der Welt, dem Bargello. Herausgehoben aus der Vielzahl der Exponate sei hier nur der perfekt gestaltete Bronze-David Donatellos.
Gotik in der Renaissancestadt? Oh ja! Schließlich wirkte an der riesigen Bettelordenskirche Santa Croce die Elite der gotischen Architekten und Maler mit. Arnolfo di Cambio entwarf den dreischiffigen Bau, Giotto, Taddeo und Agnolo Gaddi, Maso di Banco und andere Künstler verzierten die Kapellen. Ein wenig Renaissance findet sich dann doch im Kreuzgang, wo Brunelleschi mit der Cappella Pazzi einen der vollkommensten und harmonischsten Räume dieser Epoche schuf.
Das schönste Plätzchen in dem Renaissancepark liegt in Richtung Porta Romana. 100-jährige Zypressen und antike Statuen geleiten Besucher zum Piazzale dell’Isolotto. Die Mini-Inseln im Wasserbecken, die volkstümlichen, im Grün versteckten Statuen und die Zitronenbäumchen verleihen dem Platz seine zauberhafte Anmut. Oder finden Sie das Kaffeehäuschen und die traumhafte Aussicht auf Florenz noch schöner?
Malereigeschichte hautnah vor Ort miterleben? Der Revolutionär des 15. Jhs., der erste, der es verstand, die von Brunelleschi wiederentdeckte Perspektive in seinen Bildern umzusetzen, hinterließ in der Kapelle eines seiner wenigen Meisterwerke. Masaccios realitätsnahe Figuren, seine klare Linienführung, eine gekonnte Raumaufteilung und die vollkommene Beherrschung der Perspektive machen diese Fresken zu einem ersten Höhepunkt der Renaissancemalerei.
Einmal muss man von oben über die Stadt schauen auf das silbrig glänzende Band des Arno, den Ponte Vecchio, die rote Kuppel Brunelleschis, den schlanken Turm des Palazzo Vecchio, die grüne Kuppel der Synagoge … Gerade gegen Abend, wenn der Platz zum Treffpunkt wird, kann man sich hier vom Gesamtbild der Stadt faszinieren lassen.







