Über uns Die Polyglott Verlagsgeschichte
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Die Polyglott VerlagsgeschichteJahrhundertwende, Wirtschaftswunder, Tourismusboom
Über 100 Jahre Verlagsgeschichte liegen hinter dem innovativen Traditionshaus. Am 7. August 1902 lässt sich der Verlag „Polyglott Kuntze Kosmos" in Berlin-Schöneberg nieder. Das gab es in der Form noch nicht: Das Verlagshaus bietet deutschen Geschäftsleuten und Reisenden Anfang des 20. Jahrhunderts 30 Seiten starke Sprachführerhefte zum Preis von 50 Pfennigen das Stück an, um ihnen die Verständigung auf Reisen so „kommod“ wie möglich zu machen. Unter dem Motto „Schnellste Erlernung jeder Sprache – ohne Lehrer“ finden die Polyglotts als Begleiter in Kutsche, Eisenbahn und erstem Automobil großen Anklang bei fortschrittlichen Reisenden. In der wilhelminischen Gesellschaft goutiert nicht nur der deutsche Leser, sondern bereits ein Publikum, das weit über die Landesgrenzen hinausreicht, die erfolgreichsten Sprachführer ihrer Zeit. Die Polyglotts erschließen mit ihrem hohen praktischen Nutzwert die ersten Buch-Massenmärkte in diesem Bereich: 1912 sind knapp zwei Millionen Exemplare verkauft, 1922 liegt die Verkaufszahl bei drei Millionen. Damals gab es über 40 Sprachen für deutsche Leser und 154 entsprechende Sprachführer für ausländische Benutzer. 1955 geht Polyglott in die Langenscheidt Verlagsgruppe über. Das später unter "Polyglott-Verlag Dr. Bolte KG" firmierende Unternehmen setzt auf ein neues Konzept und bietet ab 1958 kompakte Reiseführer mit ausgearbeiteten Tourenvorschlägen an. Die preiswerte Reihe wird ein Riesenerfolg. Damit schlägt der heutige Seniorverleger Karl Ernst Tielebier-Langenscheidt ein neues, überaus erfolgreiches Kapitel der Verlagsgeschichte auf: Seine Vision vom erschwinglichen Reisebegleiter für jedermann erweist sich als unternehmerischer Geniestreich. |


